Der Radverkehr braucht neuen Schwung

Das rasche Wachstum Münchens stellt die Stadt vor schwierige Herausforderungen, unter denen die Sicherung einer zukunftsfähigen Mobilität eine der größten ist. Dabei kommt dem Radverkehr eine tragende Rolle zu. Das Wegenetz und die gesamte Infrastruktur müssen zügig ausgebaut werden, wenn der Radverkehr mit dem Wachstum der Stadt Schritt halten soll. Der Radverkehr braucht zusätzliche Anreize, um für noch mehr Menschen eine attraktive Alternative zum Autoverkehr zu werden.

Die grün-rosa Stadtratsfraktion will dem Radverkehr einen „grünen“ Teppich ausrollen und ergreift anlässlich der bevorstehenden Fortschreibung des Grundsatzbeschlusses Radverkehr mit einem Antragspaket die Initiative.

 

1. Meilensteine zum Radverkehr 2025 benennen

Angesichts der wachsenden Bedeutung des Radverkehrs beantragen wir ein Gesamtkonzept für das Jahr 2025 zu entwickeln. Dazu gehören sowohl ein Zeitplan mit konkreten Maßnahmen als auch die Auflistung noch vorhandener Lücken im Wegenetz.
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2. Radschnellverbindungen

Radschnellwege sind ein aktuelles Thema mit großem Potential, bei dem die Radlhauptstadt gerade den Trend der Zeit verschläft. Andere Städte und Regionen sind da schon viel weiter (Bsp. Münster, Göttingen, Nürnberg, und zahlreiche Städte in Dänemark und den Niederlanden, London oder New York, etc.). Da die Planung und Realisierung von Radschnellwegen einige Jahre in Anspruch nehmen, beantragen wir im Planungsreferat eine Fachstelle zu schaffen, die sich ausschließlich damit beschäftigt.
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 3. Transparenz bei Nahmobilitätspauschale

Die Nahmobilitätspauschale wurde erfreulicherweise auf 10 Mio. EUR pro Jahr erhöht, doch der Stadtrat kann seine Steuerungsaufgaben nur dann wahrnehmen, wenn die Mittelverwendung transparenter wird. Wir beantragen daher, den Stadtrat umfassend über die Maßnahmen zu unterrichten, für die die Mittel ausgegeben wurden und inwiefern diese Mittel für die anstehenden Maßnahmen ausreichen.
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4. Zustand und Sanierung des Münchner Radverkehrsnetzes

Auf das Radverkehrsnetz kommen infolge wachsender Verkehrsmengen, und erhöhten höheren Geschwindigkeiten und der zunehmenden Verbreitung mehrspuriger Räder große Herausforderungen zu. Die in großen Teilen nicht mehr zweckmäßigen weil zu schmalen baulichen Radwege, die vom Gehweg abgezwackt oder per weißer Linie abgetrennt wurden, müssten an vielen Stellen durch ausreichend breite Radfahr- oder Schutzstreifen, die ein sicheres Überholen ermöglichen, ersetzt werden. Es ist daher Zeit für eine Bestandsaufnahme über den Zustand und die Sanierungspläne des Radverkehrsnetzes.
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5. Überprüfung der Radwegebenutzungspflicht

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom Herbst 2010 dürfen Radfahrer nur dort zur Benutzung der Radwege gezwungen werden, wo das Fahren auf der Straße eine “konkrete Gefahr” bedeutet. Seitdem überprüft das Kreisverwaltungsreferat die Benutzungspflicht aller Radwege in München. Dabei wurde Benutzungspflicht an 91 Stellen aufgehoben, doch insgesamt hat das KVR erst weniger die Hälfte der ca. 384 benutzungspflichtigen Radwege überprüft. Wir beantragen daher, diesen Vorgang deutlich zu beschleunigen.
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6. Mehr Experimente wagen – mit Provisorien arbeiten

Auch Planer und verkehrspolitische Entscheidungsträger wissen nicht immer, was in der Praxis tatsächlich funktioniert, weil Verkehrsabläufe ein komplexes Gebilde mit vielen unterschiedlichen Einflussfaktoren sind. Verkehrsversuche bieten den Vorteil, auch einmal mutiger vorgehen zu können, weil es im Falle eines „Misserfolgs“ einer Maßnahme keine großen finanziellen Verluste gibt und die ursprünglichen Planungen entsprechend angepasst oder sogar wieder verworfen werden können. Die LH München hat hierzu bereits am Rotkreuzplatz erste positive Erfahrungen sammeln können und sollte dies daher deutlich häufiger tun.
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7. Keine Bettelampeln mehr für den Radverkehr

Anforderungsampeln sind ein großes Ärgernis für Radfahrende. Ortsunkundige bemerken häufig erst nach einem gesamten Umlauf, dass sie keine Grünphase bekommen, wenn sie nicht das Signal per Knopfdruck anfordern. oder sie kommen knapp zu spät und bemerken, dass die benachbarten Autos grün haben, sie aber nun einen Umlauf warten müssen – beides führt zu unnötig langen Wartezeiten. Wir beantragen daher, die Signalisierung im Radverkehr entsprechend zu optimieren, so dass Anforderungsampeln (sogenannte Bettelampeln) für Radfahrende möglichst vermieden werden.
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8. Baustellen im öffentlichen Raum zuverlässig kontrollieren

An Baustellen wird die Führung des Radverkehrs von den Baufirmen mit großer Regelmäßigkeit falsch eingerichtet. Dies geht zu Lasten der Verkehrssicherheit und führt zu vermeidbarem Fehlverhalten der RadlerInnen. Wir beantragen daher, ein (radelndes) Kontrollteam einzurichten, das die Radverkehrsführung an Baustellen gezielt kontrolliert.
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Die Anträge 9 bis 14 widmen sich einigen Schwachstellen und Lücken im Radverkehrsnetz, die auf Grund des zum Teil hohen Verkehrsaufkommens mit Priorität beseitigt werden sollten. Dies betrifft:

 

9. Die zum Teil viel zu engen Radwege in der Briennerstraße vom Odeonsplatz bis zum Stiglmeierplatz.
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10. Die Schaffung einer durchgängigen attraktiven Radverbindung nördlich der Alfons-Goppel-Straße bis zum Nordfriedhof.
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11. Die Planung einer neuen Fahrradroute im Münchner Osten, von Daglfing über den S-Bahnhof Berg-am-Laim entlang der Bahnstrecke München-Rosenheim bis zum Haidenauplatz und weiter bis zum Ostbahnhof.
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12. Die Schaffung einer durchgängig sicheren Radverkehrsverbindung entlang der Freisinger Landstraße stadteinwärts durch Schließung der Lücke südlich des Josef-Wirth-Weges.
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13. Eine Machbarkeitsstudie für eine durchgehend autofreie Rad- und Fußverbindung entlang der Bahnlinie möglichst ab Orleansplatz bis zur Regerstraße und Offenhalten dieser Verbindung im Rahmen von Baugenehmigungen (“Holzkontor”).
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14. In der Bahnunterführung Lindwurmstraße ist die derzeitige Situation für den Fuß- und Radverkehr mit schmalen gemeinsamen Wegen angesichts der hohen Fußverkehrs- und Radverkehrszahlen nicht angemessen und sollte deutlich verbessert werden.
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