Stadtrat widmet Angelika Lex einen Weg im Westend

P R E S S E M I T T E I L U N G

Auf Anregung von Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel hat der Stadtrat heute beschlossen, einen Weg nach Angelika Lex zu benennen.
Die Rechtsanwältin und ehemalige Stadträtin war im Dezember 2015 verstorben, nachdem sie noch kurz zuvor mit dem Georg-Elser-Preis der Stadt München geehrt worden war. Der in Zukunft nach ihr benannte Weg liegt im Westend zwischen Kazmair- und Heimeranstraße, in einer Gegend, in der sie lange Jahre ihre Kanzlei hatte.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Angelika Lex gehörte von 1990-95 der Grünen Stadtratsfraktion an. In ihrer Zeit als Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende machte sie sich rasch einen Namen in Fragen der Asyl- und Bürgerrechtspolitik. Als dauerhafte Erfolge ihrer damaligen Politik sind das Flüchtlingsamt (heute eingegliedert im Amt für Wohnen und Migration) zu nennen sowie Refugio, die Beratungsstelle für AsylbewerberInnen, die Opfer von Folter und Gewalt geworden sind. Beide Einrichtungen sind seit ihrer Gründung ein bedeutender Teil des Netzwerkes zur Integration von Einwanderern und Flüchtlingen geworden.
Nachdem sie 1995 nach der Geburt ihrer ersten Tochter aus dem Stadtrat ausschied, widmete sie sich verstärkt ihrem Beruf als Rechtsanwältin und vertrat im Laufe der Jahre mehrere tausend AsylbewerberInnen. Auch AntifaschistInnen, die sich Neonazis auf der Straße entgegenstellten, vertrat sie immer wieder vor Gericht, darunter auch ihren Ehemann, den langjährigen Grünen-Fraktionsvorsitzenden Siegfried Benker.
Von 2003 – 2008 und von 2013 – 2015 war Angelika Lex Verfassungsrichterin am Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Sie war außerdem langjähriges Mitglied und viele Jahre auch Vorsitzende der Bayerischen Strafverteidigerinnen- und Strafverteidigerinitiative sowie Vertreterin des Republikanischen Anwaltsvereins in Bayern. Weiterhin war sie Mitautorin des “Grundrechte-Reports – Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland.” 2015 wurde ihr für ihr beharrliches Eintreten für demokratische Grundrechte und gegen Rassismus und Neonazismus der Georg-Elser-Preis der Stadt München verliehen.
Fraktionsvorsitzende Gülseren Demirel: „Wir freuen uns, dass durch diese Straßenbenennung das Lebenswerk von Angelika Lex trotz aller politischer Auseinandersetzungen eine Würdigung über alle Parteigrenzen hinweg erfährt und dauerhaft an sie erinnert wird.“

 

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