Stadtratshearing zum Thema „Stolpersteine als Form der Erinnerung an NS-Opfer“

Antrag

Das Kulturreferat organisiert im Sommer 2014 ein öffentliches Stadtratshearing zum Thema „Stolpersteine als Form der Erinnerung für NS-Opfer“.
Dazu könnten u.a. eingeladen werden:

  • Eine Vertretung des Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland (z.B. Dieter Graumann, Salomon Korn, Josef Schuster) oder der Generalsekretär des Zentralrats Stephan J. Kramer
  • Eine Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern (Charlotte Knobloch)
  • Vertretungen weiterer Opfergruppen (Homosexuelle, Sinti und Roma…)
  • Angehörige, welche die Verlegung Stolpersteine für ihre von den Nazis ermordeten Verwandten aus München wünschen wie Peter Jordan oder Amelie Fried
  • Vertretung aus einer Stadt, in der nach anfänglichen Bedenken Stolpersteine erlaubt und verlegt wurden (z.B. Würzburg)
  • Der Künstler Gunter Demnig, welcher die Stolpersteine anfertigt und verlegt

 

Begründung:

Das individuelle Gedenken direkt und sichtbar am Wohnort der Ermordeten ist ein eindrucksvolles Zeichen gegen das Vergessen. Dies Kunstprojekt der Stolpersteine (im Bürgerstein eingelassen Metallplatten, die vor den ehemaligen Wohnungen von NS-Opfern an deren Schicksal erinnern) hat wie kaum ein anderes dazu beigetragen, dass sich Bürgerinnen und Bürger aktiv mit dem auseinandersetzen, was in ihrer unmittelbaren Nähe geschehen ist.
Inzwischen hat der Künstler Gunter Demnig in 16 Staaten der Welt und in über 500 deutschen Städten mehr als 40.000 Stolpersteine verlegt. Dafür wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wie 2005 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und 2012 mit dem Erich-Kästner-Preis, dem Marion-Dönhoff-Förderpreis sowie mit dem Europäischen Bürgerpreis des Europäischen Parlaments.
Neben den Münchner Grünen (Parteitagsbeschluss vom November 2009) hat sich auch die Münchner SPD inzwischen auf einem Parteitag im Mai 2010 mehrheitlich für die Stolpersteine ausgesprochen.
Bei dem Bürgerbeteiligungsprojekt der Landeshauptstadt München „München Mitdenken“ kamen die Stolpersteine auf den 2. Platz (http://muenchen-mitdenken.de/beste-ideen).
Viele Bürgerinnen und Bürger, viele Angehörige von Opfern haben sich für Stolpersteine in München eingesetzt. Inzwischen gibt es eine große Anzahl von Stolpersteinen, die angefertigt wurden und entweder auf privatem Grund verlegt oder anderweitig bis zu einer möglichen Verlegung im öffentlichen Raum gelagert wurden.
Beispielsweise verlegt Gunther Demnig  am 21. Dezember 2013 in München Stolpersteine für zwei  Jehovas Zeugen, die wegen ihrer Überzeugung von den Nazis verfolgt und nach langem Leidensweg ermordet wurden. Der erste Stolperstein – für Viktoria Klimm – wird um 10 Uhr in der Entenbachstraße 45 in der Au verlegt. Um 11 Uhr folgt die Verlegung eines weiteren Steines – für Rosa Günther – in der Isartalstr. 34 in der Isarvorstadt.
Fast 10 Jahre, nachdem der Münchner Stadtrat das Verbot der Verlegung von „Stolpersteinen“  beschlossen hat, ist es aus all diesen Gründen an der Zeit, wieder im Stadtrat über diese Form des Erinnerns zu diskutieren.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Dr. Florian Roth
Herbert Danner
Sabine Nallinger
Gülseren Demirel
Lydia Dietrich
Thomas Niederbühl
Anja Berger
Jutta Koller
Dr. Florian Vogel
Paul Bickelbacher
Sabine Krieger

Mitglieder des Stadtrates

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