Stolpersteine: Bürgerbegehren ist der falsche Weg – gerade jetzt

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste wird das neu ins Leben gerufene „Bürgerbegehren für Stolpersteine“ nicht unterstützen. Fraktionschef Dr. Florian Roth, der sich im Stadtrat für die Zulassung dieser Form des Gedenkens im öffentlichen Raum eingesetzt hat, warnte die Initiatoren davor, das Lager derjenigen zu spalten, die sich über den politischen und gesellschaftlichen Wert des Gedenkens an die Verbrechen der NS-Zeit grundsätzlich einig seien.
Dr. Florian Roth: „Ich habe immer die Stolpersteine befürwortet – als eine sehr individuelle, konkrete und bürgerschaftliche Form der Erinnerung. Und ich bedaure, dass sich die Mehrheit des Stadtrats gegen den Vorschlag des Kulturreferats ausgesprochen hat, sie bei Zustimmung der Angehörigen im öffentlichen Raum zuzulassen. Die alternative Lösung – Tafeln an Hauswänden und Stelen vor Häusern, in denen die Ermordeten einst lebten – halte ich ebenfalls für eine würdige Form des Gedenkens. Am liebsten wäre mir aber eine Vielfalt von Erinnerungsformen incl. der Stolpersteine, denn für viele Angehörige von NS-Opfern sind die Stolpersteine ein Stück Versöhnung und Wiederbeheimatung. Es wird im privaten Raum auch weiter Stolpersteine geben, bald wird eine größere Zahl verlegt – und auch das ist gut so. Den Streit um die Verlegung im öffentlichen Raum wieder aufflammen zu lassen, der ja gerade jene spaltete, die FÜR ein aktives Gedenken und das Wachhalten des ‚Nie wieder‘ eintreten, halte ich gerade jetzt in Zeiten stärker werdenden Rechtsextremismus für den falschen Weg. Wir Grünen befürworten also weiter die Stolpersteine, finden aber, dass gerade jetzt ein Bürgerbegehren der falsche Weg ist.“

 

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