Street Art in München fördern I: Mehr Flächen für Graffiti u.a

24.09.2013

 

 

Antrag

Die Stadtverwaltung wird gebeten darzustellen, wie mehr legale Flächen für Street Art, Graffiti etc. zur Verfügung gestellt werden können und dazu evtl. eine Art Flächenpool gebildet werden kann.

Begründung:

Unter Street Art versteht man in der Regel vielfache Formen von im urbanen Raum angebrachten Zeichen und Kunstwerken – von klassischem Graffiti-Writing (gesprayte Schriftzüge) über Stencils (mittels Schablonen aufgesprühte Werke), Sticker (Aufkleber) bis zu Wand- und Bodengemälden.
Street Art ist immer mehr zu einer anerkannten Kunstform geworden, die auch in renommierten Museen gezeigt und auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt wird. Als prominentester Vertreter einer Stilrichtung, die sich mit gesellschaftskritischen Aussagen an die Öffentlichkeit wendet und zur Rückeroberung des privatisierten und kommerzialisierten öffentlichen Raumes beiträgt, gilt der britische Künstler Banksy.
Gleichzeitig handelt es sich um eine wichtige Ausdrucksform der Jugendkultur. Gerade in Großstädten hat diese auch Urban Art genannte Kunst ihren Ort.
München galt früher als Zentrum der Graffiti-Szene, was sich aber in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Um der Münchner Szene weitere Entfaltungsmöglichkeiten zu geben, soll – ausgehend von einer Bestandsaufnahme der bisher zur Verfügung stehenden legalen Flächen – untersucht werden, ob nicht weitere Flächen etwa im Sinne eines Pools für Aktionen zur Verfügung gestellt werden könnten.
Dies könnte auch die Konflikte um illegales Graffiti eindämmen. Die meist jugendlichen Sprayer brauchen Freiräume, um sich auszuprobieren und sich zu präsentieren. Eine Legalisierung der Szene im öffentlichen Raum ist daher unverzichtbar.
Im München müssen ausreichende städtische Flächen, wie Mauern, Unterführungen und Brücken zur Verfügung gestellt und als weitere Option auch zum Abriss freigegebene Gebäude für Sprayer freigegeben werden. Private EigentümerInnen sollen motiviert werden, eigene Flächen zu benennen, die z. B. in einer Art Flächen-Pool (der im Internet veröffentlicht werden könnte) eingestellt werden, auf den man mit Kunstaktionen zugreifen kann.
Derzeit sind (laut: http://www.graffitiseite-muenchen.de ) lediglich in der Tumblinger Straße Flächen legal frei gegeben und zwei weitere Stellen (Brudermühlbrücke und Kultfabrik) stehen nach Absprache zur Verfügung. Durch eine weitere Öffnung der Stadt München für die Sprayer-Szene kann sich hier eine legale Graffiti-Szene ansiedeln.
Damit könnten nicht nur die ausufernden Kosten der Entfernung illegaler Graffitis reduziert werden, sondern auch Orte für freie Kunst im öffentlichen Raum dauerhaft gesichert werden.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Dr. Florian Roth
Thomas Niederbühl
Dr. Florian Vogel
Jutta Koller
Sabine Krieger
Sabine Nallinger
Mitglieder des Stadtrates

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