Toll Collect missachtet Münchner LKW-Transitverbot

P R E S S E M I T T E I L U N G

LKW, die sich München über die Salzburger Autobahn nähern und Richtung Lindau passieren wollen (oder umgekehrt), dürfen nicht über den Mittleren Ring fahren, sondern müssen die Autobahnumfahrung A 99 benutzen. Der Mittlere Ring ist für die meisten Transitnutzungen gesperrt. Dies ist eine Maßnahme aus dem Luftreinhalteplan, den die Stadt 2008 umgesetzt hat, um schädliche Feinstaub- und Stickoxidemissionen von der Münchner Bevölkerung so weit wie möglich fernzuhalten und die entsprechenden EU-Grenzwerte einhalten zu können.
Münchner Bürgerinnen und Bürger äußerten immer wieder den Verdacht, dass das Verbot vielfach nicht beachtet wird. Eine mögliche Erklärung dafür hat nun der Münchner Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek gefunden: Die Toll Collect GmbH, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums das System zur Einnahme der Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen betreibt und die fälligen Gebühren erhebt, zeigt in ihrem Online-Portal und ihrer App LKW mit oben genannten Fahrtzielen eine Strecke an, die über den Mittleren Ring führt.
Diese offenkundige Missachtung wichtiger Umweltbestimmungen hat nun die Münchner Grünen veranlasst, sich der Sache anzunehmen. MdB Dieter Janecek wandte sich in einem Brief (>>>hier) an die Chefetage von Toll Collect, in dem er das Unternehmen auffordert, die falsche und rechtswidrige Streckenführung aus dem Online-Portal zu entfernen.
Der Vorsitzende der grün-rosa Fraktion im Münchner Stadtrat, Dr. Florian Roth, reagierte mit einer Anfrage, in der er sich erkundigt, was die Stadtspitze gegen die Missachtung des Münchner Transitverbots zu unternehmen beabsichtigt. Dr. Roth will außerdem wissen, wie die Stadtverwaltung die zusätzliche Abgasbelastung durch die von Toll Collect rechtswidrig durch die Stadt geleiteten LKW einschätzt.
Dieter Janecek und Dr. Florian Roth: „Mehr als 10 Jahre, nachdem die EU Grenzwerte eingeführt hat, ist die Schadstoffbelastung der Münchner Luft immer noch zu hoch. Die Grenzwerte für Stickoxide werden regelmäßig überschritten. Vor diesem Hintergrund ist es ein Unding, dass selbst die nicht ausreichenden Bestimmungen des Münchner Luftreinhalteplans einfach ignoriert werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf – zumal davon auszugehen ist, dass das Münchner Beispiel kein Einzelfall ist.“

 

 

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