Transparente Information zur Optimierung des Geothermie-Nahwärmenetzes im Stadtrat und in der Messestadt

Antrag

 

Die Stadtverwaltung und die SWM werden aufgefordert,

  1. den Stadtrat schnellstmöglich über die geplanten Schritte zu informieren, wie das Geothermie-Nahwärmenetz in der Messestadt optimiert werden soll, damit das Netz in den ersten drei bestehenden Bauabschnitten und im vierten in Bau befindlichen Bauabschnitt Wohnungsbau, bis zum Ende der Hausverteilungsnetze (Heizkörper und Warmwassernetze) in einem rücklaufoptimierten Modus gefahren werden kann. Dabei sind die zu erwartenden Kosten pro Haushalt, mögliche Kostenverteilungen zwischen SWM und Eigentümern und eventuelle energetische und hygienische Schwierigkeiten zu erläutern.
  2. die betroffene Bevölkerung in der Messestadt im Rahmen einer Informationsveranstaltung schnellstmöglich über die geplanten Schritte zu informieren, wie das Geothermie-Nahwärmenetz in der Messestadt optimiert werden soll, damit das Netz in den ersten drei bestehenden Bauabschnitten und im vierten in Bau befindlichen Bauabschnitt Wohnungsbau, bis zum Ende der Hausverteilungsnetze (Heizkörper und Warmwassernetze) in einem rücklaufoptimierten Modus gefahren werden kann. Dabei sind die zu erwartenden Kosten pro Haushalt und eventuelle energetische und hygienische Schwierigkeiten zu erläutern.

 

Begründung:
In der Messestadt regt sich seit geraumer Zeit vereinzelter Unmut über kostenträchtige Nachrüstungen der Geothermie-Nahwärmeversorgung zu Lasten der Eigentümer bzw. Bewohner. Dieser Unmut droht nun aktuell in heftigen Protest umzuschlagen. Nach Angaben von Messestadtbewohnern sind voraussichtlich 20 Wohnanlagen in der Messestadt betroffen.
Nach Angaben der Bewohner bauen die SWM derzeit in Wohnanlagen, deren Heizungsrücklauftemperatur über der vertraglich geregelten Temperatur von 45°C liegt, Rücklauftemperaturbegrenzer in die Heizungsanlagen ein. Zutritt verschaffen sich die SWM auch nach Auskunft von Bewohnern, gegen den erklärten Willen der Bewohner oder Hausverwaltungen über eine vertragliche Zutrittsklausel.
Die Befürchtung der Bewohner drückt sich unter anderem wie folgt aus: “Die Begrenzer stellen sicher, dass die Heizungs-Rücklauftemperatur zwangsweise auf 45°C reduziert wird. Dies hat jedoch meistens zur Folge, dass den Wohnanlagen nicht mehr genügend Heizenergie für die Beheizung der Wohnungen und – schlimmer noch – für die ausreichende Aufheizung des Warmwassers zur Verfügung steht. Die Warmwassertemperatur fällt dann deutlich unter die aus hygienischen Gründen geforderten 60°C im Vorlauf – manchmal sogar auf nur ca. 30°C. Damit entsteht für die Bewohner der betroffenen Anlagen ein massives hygienisches und gesundheitliches Risiko. Im Temperaturbereich zwischen 30°C und 50°C steigt das Wachstum von sich im Trinkwasser befindlichen Legionellen sprunghaft an. Legionellen können z.B. beim Duschen eingeatmet werden und dann bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem die Legionärskrankheit auslösen, welche tödlich verlaufen kann. Es ist also Gefahr in Verzug! Dieses Risiko, das die Bewohner oft unwissentlich tragen, wird offensichtlich von den SWM regelmäßig in Kauf genommen, wann immer ein solcher Begrenzer in eine Heizungsanlage eingebaut wird.
Das Gesundheitsamt wird um eine Einschätzung des Gesundheitsrisikos gebeten, das durch den Betrieb einer zwangsweise zu kühl betriebenen Trinkwarmwasseranlage entsteht.
Ferner wird beantragt , dass die SWM zu einer Stellungnahme aufgefordert werden, wie sie dieses Risiko gegenüber den Bewohnern, die auf ein angemessenes und wirtschaftliches Handeln der Hausverwaltungen in dieser Sache angewiesen sind, verantworten können.“
Die Grünen-rosa liste Stadtratsfraktion hat am 30.04.2013 die SWM aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten, um das Geothermie-Nahwärmenetz in der Messestadt aus energetischen und wirtschaftlichen Gründen in einem rücklaufoptimierten Modus zu fahren. Dies ist uns auch weiterhin ein dringendes Anliegen. Rücklaufoptimiert bedeutet aber auch, dass die Wärmeversorgung der Wohnungen gewährleistet sein muss, ohne hygienische Probleme zu schaffen. In einem weiteren Punkt haben wir eine geeignete Kommunikationsstrategie gefordert, die selbstverständlich auch die Kommunikation zwischen SWM und Eigentümern/ Bewohnern befördern soll. Hier scheint es im Moment erhebliche Probleme zu geben, die einem städtischen Versorgungskonzern nicht gut anstehen. Deshalb erscheint uns eine baldige transparente Information des Stadtrats und der Bevölkerung in der Messestadt dringend erforderlich.
Wir begrüßen das Engagement der SWM sehr, die Geothermie als regionale Erneuerbare Energie in München weiter auszubauen und die Netze möglichst effizient zu betreiben. Aber eine Rücklaufoptimierung darf natürlich nicht auf Kosten der Gesundheit oder der Wärmeversorung der Bevölkerung gehen und muss mit den Bewohnerinnen vor Ort ausreichend kommuniziert werden.

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Herbert Danner
Sabine Krieger
Mitglieder des Stadtrates

 

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