Übergangsklassen werden zu „Deutschklassen“ – was heißt das für die Münchner Schulen?

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die von der Staatsregierung angekündigte Umstrukturierung bisherigen Übergangsklassen zu sog. Deutschklassen stößt bei den Grünen – rosa liste auf Ablehnung. Stadträtin Anja Berger kritisierte, dass vor allem durch die Verkürzung von zwei Jahren auf ein Jahr eine sinnvolle Integration unmöglich gemacht werde. Anja Berger: „Die Erfahrung zeigt, dass nicht-deutsche Kinder und Jugendliche aus dem Ausland sehr motiviert sind, die Sprache und die neue Kultur zu erlernen. Dazu sind unbedingt 2 Jahre notwendig, damit die Geflüchteten dann eine faire Chance haben, in einer Regelklasse der Grund- oder Mittelschule Anschluss zu finden. Es hatte seine guten Gründe, warum die Übergangsklassen auf 2 Jahre angelegt waren und es war ein erfolgreiches System.“
Die Stadt München wird insofern von der Umstrukturierung betroffen sein, als die neuen Deutschklassen im Ganztag geführt werden sollen. Stadträtin Berger erkundigt sie sich daher in einer Anfrage nach den Auswirkungen der staatlichen Pläne auf die Schulen in München.
Anja Berger: „Ein ganzheitlicher Ansatz, der von Anfang an auf Integration ausgelegt ist, sieht anders aus. In der sogenannten „Sprach- und Lernpraxis“ sollen Angebote gemacht werden, die durch die Träger der Jugendhilfe betrieben und auch über Ganztagesklassen abgedeckt werden sollen. Allerdings können Grund- und Mittelschulen für das nächste Schuljahr keine neuen Ganztagesklassen mehr beantragen. Also geht dies auf Kosten der anderen Ganztagesklassen – oder sie fehlen dann erstmal im nächsten Schuljahr. Damit zeigt sich, dass das Konzept nicht durchdacht und zeitlich absolut fehl geplant ist. Auf die Schnelle ist es auch unmöglich, genügend Kooperationspartner und entsprechende Sozialpädagogen zu finden. Schulleiterinnen und Lehrkräfte werden mal wieder im Regen stehen gelassen.“

 

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