Urbane Straßenraumgestaltung im Tal

Antrag

1. Das Tal erhält insbesondere im Bereich zwischen dem Alten Rathaus und den einmündenden Straßen Hochbrückenstraße und Radlsteg eine attraktive verkehrsberuhigte Gestaltung, die der platzartigen Aufweitung und der hohen Fußgängerfrequenz gerecht wird, z.B. ähnlich dem Viktualienmarkt mit der Kustermannfahrbahn, die ein flächenhaftes Queren der Fußgänger erlaubt.

2. Das Planungsreferat überprüft hierfür die Erschließungskonzepte für die angrenzenden Altstadtbereiche und zeigt auf, ob und in welchem Maße der allgemeine Kfz-Verkehr im Tal verringert werden könnte und in welchem Umfang die im Umfeld bestehenden und entstehenden Tiefgaragen oberirdische Stellplätze ersetzen könnten.

3. Es wird geprüft, ob im Rahmen eines Modellversuchs die Verkehrsregelung einer Begegnungszone nach Schweizer Vorbild, oder alternativ eine andere verkehrsrechtliche Regelung wie z.B. „Fußgängerzone/Radfahrer, Taxen, Linienbusse und Anlieger frei“ oder ein „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ denkbar wäre.

Begründung

Die derzeitige Gestaltung des Öffentlichen Raums im Tal bleibt weit hinter den Chancen zurück und bedarf einer Überarbeitung. Verbesserungen wurden bereits mehrfach gefordert und sind bereits in Planung. Der Erfolg der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz legt prinzipiell eine Fortsetzung zum Isartor nahe. Die verkehrlichen Erfordernisse der östlichen Altstadt und die Einzelhandelsstruktur sprechen allerdings eher gegen eine konventionelle Fußgängerzone.

Die rund um den Marienhof diskutierten Maßnahmen zur Erweiterung der Fußgängerzone, der Neubau der Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring sowie der geplante Abriss der Hochgarage in der Hildegardstraße mit Stellplätzen für Anlieger in der geplanten neu zu errichtenden Tiefgarage eröffnen neue Handlungsspielräume, die für eine innovative Gestaltung des Straßenraumes genutzt werden sollten.

Ein nur schwer zu lösendes Problem ist insbesondere die „Kreuzung“ Durchfahrt Altes Rathaus/Sparkassenstraße/Tal/Kustermannfahrbahn, da hier die Anforderungen von querenden Fußgängern, zweier Radrouten (u.a. alternative Route für Nord-Süd-Querung), Linienbussen und abbiegendem und wendendem Kfz-Verkehr zusammentreffen. In den Niederlanden hat man in solch schwierigen Fällen gute Erfahrungen mit dem Prinzip „Shared Space“, d.h. mit einer Mischung der Verkehrsarten gemacht, die mit einem Abbau herkömmlicher regelnder Beschilderung und einer erhöhten gegenseitigen Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer einhergehen. Letztere wird möglichst mit einer schlüssigen Gestaltung des Straßenraums unterstützt. Gemeinsam genutzt wird die Straßenmitte, in den Seitenräumen verbleiben geschützte Räume für Fußgänger und Aufenthalt.

Die Schweiz hat nach zahlreichen Modellversuchen für solche Bereiche eine neue Regelung in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen: die „Begegnungszone“. Sie beinhaltet eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h und dass Fußgänger Vortritt haben. Die Regelung hat sich selbst bei Kreuzungen/Plätzen mit bis über 10.000 Kfz pro Tag bewährt. Im Tal werden derzeit ca. 5.000 Kfz pro Tag gezählt.

Stadtratsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Paul Bickelbacher, Stadtrat
Sabine Nallinger, Stadträtin

Print Friendly

Nach oben scrollen