Vögel schützen – Glasverwendung an Münchner Gebäuden reduzieren – Glasflächen gegen Vogelkollisionen sichern

Antrag

– Die LH München macht das Thema „Vogeltod an Glasflächen – und wie man ihn vermeiden kann“ in den Gremien und Medien der Münchner Fachwelt im Baubereich bekannt (Stadtgestaltungskommission, Planungs- und Bauausschuss der LH München, im Münchner Bauzentrum, auf muenchen.de, etc.).

– Die LH München verpflichtet sich zu einem kritischen Umgang mit Glas bei Bauvorhaben. Bei Wettbewerben werden artenschutzfachliche Berater*innen bestellt, die die Glasverwendung in den Wettbewerbsentwürfen in ihrer Wirkung auf die Vogelwelt beurteilen.

– Die LH München fordert artenschutzfachliche Gutachten bei Wettbewerben und bei großen Bebauungsplänen. Bei kleineren Vorhaben ist eine artenschutzfachliche Stellungnahme (Bauvorhaben nach § 34, etc.) von der UNB einzuholen, um Konfliktpunkte zwischen dem Artenschutz und den Auswirkungen von Bauvorhaben zu entschärfen.
Begründung:
Die großflächige Verwendung von Glas ist für Vögel äußerst gefährlich: Sie erkennen das Glas nicht als Hindernis und sehen nur den Raum dahinter oder die Landschaft, die sich darin spiegelt. Fliegen sie diese Landschaft, z.B. Bäume oder den Himmel an, prallen sie gegen das Glas. Täglich sterben so schätzungsweise über 250.000 Vögel in Europa. Doch beruht diese Zahl nur auf gefundenen Vögeln – wie viele an inneren Verletzungen später sterben oder von ihren natürlichen Feinden vor dem Finden gefressen werden, ist unbekannt.[>>>Hier]

Das Problem ist eigentlich seit Jahren bekannt, findet aber in der Praxis kaum Beachtung. Deshalb ist es notwendig über die Vorgaben im ökologischen Kriterienkatalog der LH München hinauszugehen. Dort wird darauf hingewirkt, dass „an Gebäude angebaute oder zwischen Gebäuden eingebundene Glaswände und Glasbauteile transluzent ausgeführt oder mit geeigneten, sichtbaren Markierungen zur Sicherung gegen Vogelkollision versehen werden.“ Zudem wird eine fachliche Beratung durch den Landesbund für Vogelschutz empfohlen.

Daran knüpfen wir an und fordern die Beratung auch für Wettbewerbe und Bebauungspläne sowie eine gezielte Informationsarbeit zum Thema. Zusätzlich ist die Verpflichtung der LH München – die Verwendung von Glas als Bauelement kritisch zu prüfen – als Signal wichtig. Sie zeigt, dass der Vogelschutz in München eine bedeutende Rolle spielt.

Gerade in der Auseinandersetzung zwischen den unterschiedlichen Anforderungen an Gebäude sind in letzter Zeit verschiedene win-win-Situationen entstanden. Ein positives Beispiel ist der Neubau der Paulaner-Brauerei in München-Langwied. Hier konnten die Verwendung von Glas und der Vogelschutz zusammengebracht werden und zudem noch die negativen Auswirkungen der Beleuchtung auf die Vögel und Insekten reduziert und optimiert werden [>>>hier]. Ein weiteres Beispiel ist die Fassadengestaltung einer Turnhalle in Taufkirchen. Durch die Verwendung von Rastern auf der Glasfläche ist die Fläche für Vögel als Barriere erkennbar – für das menschliche Auge sind es aus der Nähe unterschiedlich große Quadrate – aus der Ferne Umrisse von Sportler*innen [>>>hier].

 

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:
Sabine Krieger
Herbert Danner
Angelika Pilz-Strasser

Mitglieder des Stadtrates

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