Welche Schäden hat das Festival „Taste of Munich“ im Englischen Garten und auf der Sportanlage Hirschanger verursacht?

Anfrage

Auf dem Gelände der städtischen Freisportanlage Hirschanger, mitten im Englischen Garten, fand vom 3.-6. August das Kochfestival „Taste of Munich“ statt. Vor allem der zweite Bürgermeister Josef Schmid hatte sich für diese Veranstaltung eingesetzt und die Schirmherrschaft übernommen. Nachdem das Festival nun vorüber ist, präsentiert sich den Besuchern des Englischen Gartens ein erschreckendes Ausmaß von Schäden auf der Sportanlage. Wie in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung von heute zu lesen ist, ist die Rasenfläche ruiniert und mit Glasscherben gespickt. In wenigen Tagen sollen dort eigentlich Cricketspiele stattfinden, was nun wohl schwierig werden dürfte. Zudem beginnt in fünf Wochen wieder die Schule und die Anlage wird intensiv für den Schul- und Vereinssport genutzt. Auch auf der Zuwegung im Englischen Garten hat das Festival seine Spuren hinterlassen. Im o.g. Zeitungsartikel wird erwähnt, dass die tonnenschweren LKW eigentlich auf Stahlplatten zum Veranstaltungsort rollen sollten, dies jedoch zum Teil nicht getan haben.
Der Englische Garten ist die grüne Lunge der Stadt München und hat eine herausragende Funktion für Erholung, Naturgenuss und sportliche Betätigung. Normalerweise ist sowohl der Freistaat als auch die Stadt sehr restriktiv was die Nutzung von Flächen innerhalb des Parks angeht. Dass nun der Park und die Sportanlage für die Nutzung eines Gourmetfestivals mit riesigem Auf- und Abbauaufwand freigegeben wurde, ist seltsam.
Bereits im November 2014 hatten die SWM die Flächen des Ungererbads an das Kochfestival „Cotton Club“ vermietet und hier eher schlechte Erfahrungen gemacht. In einer Anfrage hatte die grün-rosa Fraktion schon damals viele Fragen gestellt, wie der Schutz von Grünflächen und Bäumen gewährleistet wurde und wieso diese Veranstaltung überhaupt genehmigt wurde. Wie der zweite Bürgermeister Josef Schmid damals antwortete gab es massive Schäden an den Grünflächen und an den Bäumen (>>>hier). Die SWM hatten damals eingeräumt, dass es wichtig gewesen wäre, beim Auf- und Abbau ständig mit Überwachungspersonal anwesend zu sein. Daher stellt sich die Frage, wie die Stadt und der Freistaat im aktuellen Fall bei „Taste of Munich“ gehandelt haben und ob aus den Fehlern des „Cotton Club“ gelernt wurde.

Deshalb fragen wir:

1. Wieso wurde die Veranstaltung „Taste of Munich“ mitten im Englischen Garten auf einer Sportanlage genehmigt?

2. Gab es Auflagen für den Betreiber des „Taste of Munich“ für den Aufbau und den Schutz der Grünflächen, der Sportanlage und der Bäume?

3. Wenn ja, von wem?

4. Wurden sie kontrolliert? Wenn nein, warum nicht?

5. Wurde vereinbart die Rasenfläche der Sportanlage zu schützen? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Stadt aus der Zerstörung des Bodens?

6. Welche Maßnahmen muss der Veranstalter nach dem Abbau zur Wiederherstellung der Grün- und Sportflächen leisten?

7. Ist vertraglich vereinbart, dass der Veranstalter auch nachträglich für Folgekosten (z.B. bei erst langfristig sichtbaren Schäden an den Bäumen oder dem Rasen) aufkommen muss?

8. Warum wurde der Bezirksausschuss nicht in die Planung des Events eingebunden?

9. Wie bewertet das Referat für Bildung und Sport den Zustand der Sportanlage Hirschanger vor und nach der Veranstaltung?

10. Kann die Rasenfläche der Sportanlage unverzüglich wiederhergestellt werden und die angesetzten Cricketspiele stattfinden?

11. Wird es Beeinträchtigungen für den Schul- und Vereinssport geben?

12. Wie wird sichergestellt, dass die Scherben auf der Rasenfläche entfernt werden damit kein Verletzungsrisiko für die SportlerInnen besteht?

13. Wie bewertet die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser und Seen die Schäden im Englischen Garten die durch Auf- und Abbau entstanden sind?

Initiative:
Sabine Krieger
Paul Bickelbacher
Jutta Koller
Mitglieder des Stadtrates

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