Weniger Autoverkehr und mehr Lebensqualität durch Mobilitätsberatung

Antrag

Das Kreisverwaltungsreferat wird beauftragt federführend das Gesamtkonzept Mobilitätsmanagement dahingehend weiter zu entwickeln, dass schrittweise weitere Zielgruppen eine Beratung erhalten können, so dass bis spätestens 2014 möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern, Gästen und Unternehmen ein attraktives Angebot zur Mobilitätsberatung unterbreitet werden kann.
Für diese erweiterte Aufgabenstellung sollen, wie bisher schon, die MVG und weitere Partner für die Kofinanzierung gewonnen werden.

Begründung:
Das Gesamtkonzept Mobilitätsmanagement, das der Stadtrat der LH München auf Betreiben der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen – rosa liste am 13.12.2006 verabschiedet hat und mit dem München deutschlandweit Vorreiter ist, war ein großer Erfolg. Allein durch das Angebot einer Mobilitätsberatung für Münchens rund 85.000 Neubürgerinnen und Neubürger konnte erreicht werden, dass in der Zielgruppe die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs um 7,6% gesteigert und die des motorisierten Individualverkehrs um 3,3% gesenkt wurde. Dies bedeutet eine Entlastung der Stadt um 80 Mio. gefahrene Pkw-km pro Jahr sowie die Einsparung von 12.000 Tonnen CO2; und das alles ohne zusätzliche teure Technik, ohne zusätzliche teure Infrastruktur und ohne Restriktionen und Verbote und mit vergleichbar geringem finanziellen Aufwand.
Erfahrungen aus anderen Städten lassen erwarten, dass ein vergleichbarer Effekt auch durch ein Mobilitätsberatungsangebot für weitere Zielgruppen schon ansässiger Bevölkerungsgruppen erreicht werden kann. Zwar sind diese deutlich ortskundiger und haben bereits eingeschliffene Verhaltensweisen. Dafür ist die telefonische Erreichbarkeit für eine – falls gewünscht – persönliche Beratung mehr als doppelt so hoch. Die Erfahrung zeigt, dass ein direktes persönliches Gesprächsangebot ausschlaggebend für die spätere Wirkung ist. Zudem steigt der Beratungsbedarf zu den Alternativen der privaten Pkw-Nutzung durch den stetigen Anstieg der Kosten automobiler Mobilität und des ständig sich verändernden und verbesserten Angebots im Umweltverbund permanent.
Im Vergleich zu den exorbitanten Kosten für den Bau und Betrieb von Verkehrsinfrastruktur hat Mobilitätsberatung eine außergewöhnlich hohe Wirtschaftlichkeit, zumal sich dadurch auch die Ertragslage der Verkehrsunternehmen erhöht. Zum Vergleich: Alleine der Betrieb und Unterhalt auch nur eines der neuen Ringtunnels kostet mindestens 1 Mio Euro – pro Jahr. Und die Tunnels haben weder eine verkehrsvermeidende, noch eine verkehrsverlagernde sondern eine verkehrserzeugende Wirkung.

Sabine Nallinger
Paul Bickelbacher

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