Weniger Sprachbarrieren an Münchner Schulen!

Antrag

Das Sozialreferat der LH München wird beauftragt, die DolmetscherInnendienste des „Zentrums für transkulturelle Medizin“ für Münchner Schulen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Begründung:

Alle Münchner Kinder und Jugendliche und deren Eltern und Erziehungsberechtigte haben ein Recht darauf, von ihren Lehrkräften informiert und beraten zu werden. Gleichzeitig gibt es in allen Schularten immer wieder massive sprachliche Barrieren bei der Durchführung von Elterngesprächen. In Fällen, in denen Eltern oder Erziehungsberechtigte zu wenig oder kein Deutsch sprechen, sind Elterngespräche nicht oder nicht angemessen möglich. Auch die Angebote der internationalen Bildungsberatung, die eine gute Unterstützung darstellen, können teilweise keine ausreichenden Übersetzungsmöglichkeiten bieten, so dass in der Praxis häufig Verwandte (Onkel, Tante, Geschwister…) zu Elterngesprächen mitgebracht und als DolmetscherInnen eingesetzt werden. Obwohl viele Münchner Lehrkräfte in dieser Übersetzungspraxis ein Problem sehen, greifen sie in Ermangelung einer Alternative häufig auf private DolmetscherInnendienste zurück. Gelder stehen den Schulen für DolmetscherInnendienste nicht zur Verfügung; nur in Einzelfällen können Fördervereine der Schulen die Finanzierung übernehmen.

Das Sozialreferat der LH München unterhält einen Kooperationsvertrag mit dem „Zentrum für transkulturelle Medizin“, um dessen DolmetscherInnendienste für Anliegen/Probleme aus dem sozialen Bereich in Anspruch zu nehmen. Münchner Schulen können ebenfalls auf diese Dienste zugreifen, sind aber meist nicht in der Lage, diese zu finanzieren. Daher wäre ein kostenfreier Zugriff auf die Dolmetscherdienste des Zentrums ein wichtiger Schritt bei der Überwindung sprachlicher Barrieren und würde die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrkräften deutlich erleichtern.

Da bereits an den meisten Münchner Schulen eine SchulsozialarbeiterIn angesiedelt ist, könnte diese/dieser die Zuständigkeit für die Dolmetscherdienste übernehmen. So wäre das Anfordern eines Übersetzungsdienstes ohne größeren bürokratischen Aufwand möglich. Lediglich für Schulen ohne SchulsozialarbeiterIn müsste eine Alternative gefunden werden.

Fraktion Die Grünen – rosa liste

Initiative:
Anja Berger
Jutta Koller
Gülseren Demirel

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