Wer schnell hilft, hilft doppelt

Grün-rosa fordert ein Budget für Mikroprojekte. Die Stadt soll so bürgerliches Engagement unterstützen – schnell und unbürokratisch.

Eine Gruppe Nachbarn tauscht handwerkliche Fähigkeiten und Haushaltsdienste unentgeltlich, will diese Angebote auf einer Website bündeln und braucht für den Betrieb 150 Euro. Ein im Ruhestand befindlicher Rentner will mit den Nachbarskindern eine ziemlich heruntergekommene Spielfläche im Hof neu gestalten und braucht dafür ein paar hundert Euro. Einige Jugendliche wollen mit ihrer Band ein Konzert veranstalten und brauchen 250 Euro, um eine entsprechende Anlage zu leihen. Einige Nachbarn wollen ihr Wohnumfeld geselliger gestalten, Sitzmöglichkeiten in einem Grünstreifen aufstellen, mit bunten Blumen bepflanzen und brauchen dafür 350 Euro.

Wie wäre es wohl, diese Jugendlichen, diese Nachbarn, diese engagierten Bürgerinnen und Bürger könnten einfach bei jemandem vor Ort vorsprechen, ihr Anliegen erklären und bekämen das Geld bar auf die Hand? Ohne Antrag, ohne Abstimmungsprozesse, ohne Kriterienkatalog und unbürokratisch. Wäre das nicht einer Großstadt wie München würdig, lebendige Nachbarschaften, engagierte Initiativen und kreatives Potential vor Ort auf innovative, motivierende und unkomplizierte Art und Weise zu ermöglichen?

Genau das fordern die Grünen – rosa liste heute in einem Stadtratsantrag. Die Stadt München soll ein Budget für solche Mikroprojekte bereitstellen. Diese Kleinstzuschüsse sollen kleine, nachbarschaftsnahe, regionale und auch kreative Initiativen unbürokratisch, niedrigschwellig und kurzfristig unterstützen. Vorhandene regionale Strukturen wie das Netzwerk Regsam sollen die Zuschüsse ausgeben – es reicht eine mündliche Vorstellung des Vorhabens bzw. Bedarfs. Nach einer Pilotphase von drei Jahren wird dem Stadtrat über den Erfolg und die Nachfrage berichtet.

„Wir wollen lokale Strukturen stärken und kleinräumliche Nachbarschaften ermächtigen und unterstützen. Diesen Ansatz hatte das Programm „Soziale Stadt“, und dies wollen wir mit den Mikroprojekten fortsetzen“, erklärt Jutta Koller, Sozialpolitikerin der Grünen – rosa liste. „Die Budgets der Bezirksausschüsse sind oft aufwendig in der Beantragung und unterliegen strengen Kriterien. Wir wünschen uns für München eine unkomplizierte und niedrigschwellige Unterstützungsmöglichkeit von kreativen und nachbarschaftlichen Initiativen und Engagement.“

 

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