Wohn- und Arbeitsangebote für Suchtkranke zur Verfügung stellen

P R E S S E M I T T E I L U N G

 

Sucht- und psychisch kranke Menschen sind oftmals mehrfach stigmatisiert und haben aufgrund ihrer Erkrankung oft wenig Perspektive auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Dies untergräbt nicht nur die Maßnahmen der Suchthilfe sondern führt auch zu Rückstau für die Maßnahmenträger. Die grün-rosa Fraktion fordert daher Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen.

Eine Suchterkrankung bedeutet für die Betroffenen nicht selten auch Obdachlosigkeit. Zum Teil bleibt ihnen nach therapeutischen Maßnahmen oft nur der Weg in Pensionen oder andere Objekte der Wohnungslosenhilfe. Zum anderen Teil sind schwerst Suchtkranke bereits länger obdachlos und wandern von Notschlafstellen über Kälteschutzprogramme wieder in Notschlafstellen usw.

Nicht nur für die Betroffenen ist dies eine verheerende Situation, es entsteht durch die Obdachlosigkeit auch ein Rückstau für die sucht-therapeutischen Maßnahmenträger, die Plätze aufgrund des Drehtüreffektes und der mangelnden Unterkunftsmöglichkeit nicht neu vergeben können.

So braucht es ein Angebot für das Anschlusswohnen. Hierzu soll das Sozialreferat bei der Vermittlung und Vergabe von sog. Flexiwohnungen die Zielgruppe der suchtkranken Menschen dezidiert in den Fokus nehmen und sie bei der Vergabe stärker berücksichtigen.

Aufgrund ihrer Erkrankung sind Sucht- und psychisch kranke Menschen außerdem völlig aus dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Ebenso wie der II. Arbeitsmarkt Projekte beinhaltet, die für sucht- und psychisch kranke Menschen zur Verfügung stehen, sollte insbesondere auch der III. Arbeitsmarkt für diese Zielgruppe offen sein. Hier ist das Referat für Arbeit und Wirtschaft aufgefordert, im Rahmen der Weiterentwicklung des III. Arbeitsmarktes die Zielgruppe sucht- und psychisch kranke Personen stärker zu berücksichtigen und entsprechend Arbeitsgelegenheiten für diese Zielgruppen zur Verfügung zu stellen.

Lydia Dietrich: “Suchtkranke sind nach wie vor von Perspektivlosigkeit betroffen. Viele Suchtkranke finden sich in der Obdachlosigkeit- und Arbeitslosigkeit wieder, die neuen Substanzen – sogenannte Badesalze – erschweren eine positive Perspektive immens. Die Hilfsangebote müssen auf die Suchtkranken reagieren, Ziel muss die Schaffung von Perspektiven sein. Strafen und Verbote schaffen keine Perspektive, sie verhindern sie.“

 

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