Wohnen und Mobilität I: Großräumige Mobilitätskonzepte in Bebauungsplänen – Baustein zur Förderung stadtverträglicher Mobilität in München

Antrag

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird beauftragt, Mobilitätskonzepte als festen Bestandteil aller künftigen Bebauungsplanverfahren zu etablieren. Ziel und Bestandteil der Konzepte sollen insbesondere die

- Förderung der Nahmobilität

- Verbesserungen des öffentlichen Nahverkehrs

- Mobilitätsstationen sowie

- ein höherer Anteil autoreduzierten/-freien Wohnens

in den jeweiligen Planungsgebieten sein. Analog zum Handlungsraumkonzept soll der räumliche Umgriff von Mobilitätskonzepten deutlich über das gesamte B-Plan-Gebiet hinaus reichen und auch dessen Umgebung mit einbeziehen.

 

 

Begründung:

Die „Mobilität“ der Bewohnerinnen und Bewohner eines neuen Stadtquartiers ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg hin zu energieeffizienten und klimaneutralen Quartieren. Maßnahmen zur Energie-Effizienz von Gebäuden bleiben Stückwerk ohne konkrete Verbesserungen bei der Mobilität. Alle Maßnahmen für eine Stadt der kurzen Wege und einen guten Umweltverbund sind gute Investitionen in den Klimaschutz und die Lebensqualität.

Während in der Vergangenheit bei vielen gesellschaftlich relevanten Aufgabenstellungen Erfolge bei der Energieeffizienz und beim Klimaschutz erzielt wurden, ufern die gesellschaftlichen Belastungen durch den motorisierten Verkehr immer weiter aus. Gerade in neu geplanten Wohngebieten bietet sich die Gelegenheit die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Mobilität zu schaffen. Die Bedeutung des Themas findet sich auch in den Beschlussvorlagen zu Bebauungsplänen. Die meisten Einwendungen befassen sich mit den befürchteten negativen Auswirkungen des zusätzlichen Auto-Verkehrs.

Leider ist der betrachtete Umgriff im Verkehrsteil nur unwesentlich größer gefasst als der des Bebauungsplanes. Der häufig unbefriedigende Status Quo im Viertel wird im Wesentlichen fortgeschrieben. „Sind die nächsten Knoten noch leistungsfähig?“und „braucht es einen zusätzlichen Bus?“ – das sind meist die wesentlichen Fragen, die beantwortet werden. Nötig wäre es aber Ziele zu einem möglichen, umweltverträglichen Modal-Split zu formulieren und die Maßnahmen an neuen Mobilitätszielen zu orientieren.

Es gilt auch die umliegenden Quartiere mit einzubeziehen und für diese umweltfreundliche Mobilitäts-Angebote, beispielsweise Mobilitätsstationen, besseren ÖPNV und Angebote zur Nahmobilität zu planen.

Auf diese quartiersübergreifenden Mobilitätskonzepte können dann die kleinteiligen Mobilitätskonzepte, beispielsweise einzelner Wohnprojekte oder städtischer Wohnbau-gesellschaften, aufsetzen. So können sinnvolle Synergie-Effekte generiert werden: geringere Baukosten, mehr Platz für Alle, bessere Aufenthaltsqualität, weniger Lärm und Abgase – und das bei mindestens gleicher Mobilität für den Einzelnen.

 

Fraktion

Die Grünen – rosa – liste

 

Initiative:

Herbert Danner, Paul Bickelbacher, Sabine Nallinger, Anna Hanusch

 

Mitglieder des Stadtrates

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