Dienstag, 25. September 2018

Zweiter Stammstreckentunnel – wieder „zurück zur Badstraße“?

Anfrage

Der Presse ist zu entnehmen, dass der 2. Stammstreckentunnel umgeplant werden muss. Bei der Ausschreibung hat sich niemand gefunden, der die Planung umzusetzen vermochte, die den Haltepunkt direkt unter der U1/2 in 41 Meter Tiefe vorsah. Die LH München beteiligt sich (freiwillig) mit einem dreistelligen Millionenbetrag an den Baukosten. Es ist kaum anzunehmen, dass die Verwaltungsspitze – anders als der Stadtrat – dies erst aus der Presse erfahren haben.

Wir fragen daher:

1. Die Ausschreibung liegt schon eine Weile zurück. Seit wann ist der Verwaltung bekannt, dass Umplanungen an der 2. Stammstrecke erforderlich sind?

2. Sind der Verwaltung andere Teilabschnitte bekannt, die auf Grund fehlender Angebote ggfs. Umgeplant werden müssen?

3. Welche der laufenden und der bereits fest disponierten Bauarbeiten auf der bestehenden S-Bahn-Stammstrecke in Zusammenhang mit dem PFA1 des 2.S-Bahn-Tunnels sind von den Umplanungen betroffen?

4. Welche Auswirkungen haben die Umplanungen des Stammstreckentunnels auf die Umsteigebeziehungen im Hauptbahnhof? Werden sie noch schlechter?

5. Welche Verschlechterungen ergeben sich in Bezug auf die Umsteigebeziehungen zum Stachus durch Wegfall des Fußgängertunnels?

6. Im Januar 2018 wurden im “Bekenntnisbeschluss für die Entlastungsspange U9″ Gelder für die Planungen im Bereich des Hauptbahnhofes freigegeben. Welche Folgen haben die Umplanungen des Stammstreckentunnels auf die Planungen einer angedachten U9?

7. Im Dezember 2017 behauptete die Verwaltung in der Vollversammlung, dass eine beantragte sinnvolle Verbesserung der Laimer Unterführung „Umweltverbundröhre“ (eine Untersuchung von Treppenaufgängen Richtung Westen in Abstimmung mit der MVG und Bahn prüfen zu lassen) nicht möglich sei, da dies eine Tektur erforderlich mache und damit die Fertigstellung verzögern würde. Da jetzt ohnehin eine Tektur erforderlich ist: kann die Umweltverbundröhre doch noch – ohne einen Zeitverlust zu verursachen – umgeplant und verbessert werden?

8. Wären bei einer verzögerten Fertigstellung des 2. Stammstreckentunnels auch die „Sofortmaßnahmen“ an den S-Bahn-Außenästen, welche sofort nach der Fertigstellung des 2. Stammstreckentunnels angegangen werden sollten, sowie die Erneuerung der störanfälligen Stellwerke und der 4-gleisige Ausbau samt Tunnel in Daglfing betroffen und könnten damit erst in den 40er Jahren umgesetzt werden können?

9. Welche Auswirkungen haben die die Umplanungen des Stammstreckentunnels auf dessen Fertigstellung?

10. Welche Auswirkungen haben die Umplanungen des Stammstreckentunnels auf die Fertigstellung den Neubaus des Hauptbahnhofs und dessen Planungen im Umfeld?

11. Die ermittelten Baukosten basieren auf einer Ausschreibung. Nachdem – entgegen den bisherigen Angaben der Vorhabensträger – nicht für alle Teile der Strecke Angebote vorliegen: welche Auswirkungen haben die Umplanungen des Stammstreckentunnels auf dessen Baukosten bzw. Risikoreserve?

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Beantwortung unserer Anfrage.

Initiative:
Paul Bickelbacher
Herbert Danner
Anna Hanusch
Sabine Nallinger
Katrin Habenschaden

Mitglieder des Stadtrates

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