220 Mio. € für Umstellung auf SAP-Produkt: Grüne – rosa liste fordern unabhängige Überprüfung

Stadtrat Sebastian Weisenburger hat scharfe Kritik an der Kostenplanung für die Umstellung von Finanz- und Logistikprozessen auf das Produkt SAP S4/HANA geübt, über die heute im Stadtrat beraten wird. „Es kann nicht angehen“, so Weisenburger, „dass die Stadt 220 Mio. Euro für die Verbesserung verwaltungsinterner Abläufe ausgibt und die gesamte Planung nur mit einer einzigen Firma abwickelt – ohne alternative Angebote einzuholen, ohne Vergleiche mit anderen Kommunen vorzunehmen und ohne unabhängige Kostenschätzung. Ein Hauptteil der Kosten entsteht durch externe Beratung durch SAP selbst. Die Schätzung dieser Kosten kommt ebenfalls von SAP selbst. Dieses Vorgehen ist angesichts der Höhe der Summe nicht akzeptabel.“
Weisenburger fordert daher in einem Antrag, die Kostenplanung von einem unabhängigen Institut prüfen zu lassen. In einer Anfrage verlangt er außerdem Auskunft über die Kosten vergleichbarer Umstellungen in anderen Großstädten und bei stadteigenen Unternehmen.
Sebastian Weisenburger: „Rechnet man die 220 Mio. auf die umzustellenden Arbeitsplätze um, so ergibt sich ein Wert zwischen 35.000 und 40.000 Euro pro Arbeitsplatz. Würde ein städtisches Unternehmen die Umstellung übernehmen, würden voraussichtlich wesentlich geringere Kosten entstehen – da würden wir schon gerne wissen, warum die Kosten für die Beratung durch SAP so hoch sind und welche Kosten in anderen Städten durch die Umstellung auf SAP S4/HANA entstanden sind. Eine Überprüfung des vorliegenden Kostenplans durch ein externes Gutachten ist jedenfalls sinnvoll, denn nur so lassen sich mehr Transparenz und Vergleichbarkeit herstellen. Und bei einem Auftragsvolumen in dieser Größenordnung macht sich bereits eine Kostenreduzierung im einstelligen Prozentbereich erheblich bemerkbar.“
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