Einschulungsverbot für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen: In Bayern viel geübte Praxis

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Grünen – rosa liste haben die aktuelle Diskussion über ein mögliches Einschulungsverbot für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen aufgegriffen.
In einer Anfrage erkundigt sich Stadträtin Anja Berger nach der Praxis im bayerischen Schulsystem, das die Zurückweisung schulfähiger Kinder wegen mangelnder Deutschkenntnisse ausdrücklich vorsieht (Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen Artikel 37 (4)). Zurückgewiesene Kinder sollen stattdessen „eine Kindertageseinrichtung mit integriertem Vorkurs“ besuchen.
Berger will wissen, wie viele Migrantenkinder 2018/2019 und 2019/2020 nach der Schulanmeldung mit Bezug auf diese Gesetzesbestimmung zurückgestellt wurden und wie viele von ihnen für eine längere Zeit ohne Kindergartenplatz gewesen sind. Sie erkundigt sich außerdem nach den Kapazitäten zur Deutschförderung im Grundschulbereich und nach einer Unterstützung der betroffenen Kinder durch die Stadt.
Anja Berger: „Ein schulreifes Kind, das sich erst seit Kurzem in Deutschland aufhält, nur aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse zurückzustellen, ist hochproblematisch – wird in Bayern aber nach unseren Informationen regelmäßig so gehandhabt.
Häufig ist für die zurückgestellten Kinder kein Kindergartenplatz verfügbar, so dass sie zu Hause bleiben und höchstens ein paar Stunden wöchentlich einen Vorkurs Deutsch besuchen. Dabei wäre gerade für sie ein Kindergartenbesuch aus Gründen der sprachlichen Integration äußerst wichtig. Wesentlich sinnvoller wäre daher eine intensivere Deutschförderung an Grundschulen – hier muss der Staat deutlich mehr tun als bisher.“

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