Grün-rosa Offensive zur Gleichstellung von LGBTIQ* im Bildungsbereich

P R E S S E M I T T E I L U N G

Die Grünen – Rosa Liste wollen die Aktivitäten des Bildungsreferats zur Gleichstellung von LGBTIQ*[1] verstärken. In einem dreiteiligen Antragspaket fordern sie die Einrichtung einer für diesen Bereich zuständigen Stabsstelle im Bildungsreferat, ein Konzept für entsprechende Aktivitäten in den Kindertagesstätten und eine Erhöhung der Mittel für die bereits erfolgreich arbeitenden Projekte „Aufklärungsprojekt München“ und „diversity@school“.
Stadträtin Anja Berger und ihre Kollegen Thomas Niederbühl und Dominik Krause verwiesen zur Begründung auf die Ergebnisse der Schulklimabefragung 2018. Dort hatten mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler an Realschulen und Schulen besonderer Art angegeben, dass sie sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung und Identität an ihrer Schule nicht akzeptiert fühlen.

Anja Berger: „Besonders lesbische, schwule, bi-, trans- oder intersexuelle Schülerinnen und Schüler scheinen es schwer zu haben, von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern akzeptiert zu werden. Hier besteht offenkundig Handlungsbedarf. Wir halten es daher für sinnvoll, die Aktivitäten in diesem Bereich besser zu bündeln und im Bildungsreferat eine Stabsstelle einzurichten, welche die Aktivitäten zur LGBTIQ*-Gleichstellung koordiniert, Angebote konzipiert, über bestehende Angebote informiert, Best-Practice-Beispiele kennt und Kontakte vermittelt.“

Die LGBTIQ*-Arbeit im Kitabereich soll der Tatsache Rechnung tragen, dass das Bild der Familie sich in den letzten Jahren verändert hat und unterschiedlichste Familienbilder mittlerweile zum Alltag gehören. Thomas Niederbühl: „Die Stadt kann auf die Pädagogik der Offenheit, die in ihren Kindertageseinrichtungen praktiziert wird, stolz sein. Doch die Konzeption und Durchführung von LGBTIQ*-Arbeit liegt auf Grund mangelnder personeller Ressourcen bisher weitgehend brach. In den Kitas gibt es vielfältige Möglichkeiten kindgerecht Aktionen zu erstellen und mit verschiedenen Materialien unverkrampft und lebensnah die Themen sexuelle Identität und unterschiedliche Familienbilder zu behandeln.“

Die verbesserte personelle Ausstattung der beiden Aufklärungsprojekte „Aufklärungsprojekt München“ und „diversity@school“ ist nach den Worten von Dominik Krause nötig geworden, weil beide Einrichtungen voll ausgelastet sind und die vielen Anfragen von Schulen und Jugendeinrichtungen nur noch zu einem Teil bedienen können. Dominik Krause: „Diesen beiden Projekten kommt eine zentrale Rolle zu, da sie mit einem Peer-To-Peer-Ansatz hohe Wirkung bei Jugendlichen erzielen. Derzeit stoßen beide Projekte an ihre Grenzen und benötigen dringend personelle Zuschaltungen, um ihre wichtige Arbeit im vollen Umfang leisten zu können.“

 

[1] LGBTIQ* = Lesbisch, schwul (gay), bisexuell, transgender, intersexuell, queer. Das Sternchen steht für alle, die sich ausgeschlossen fühlen könnten.

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