Grüne starten die Radlhauptstadt 2.0!

P R E S S E M I T T E I L U N G

Grüne starten die Radlhauptstadt 2.0!
Antragspaket im Stadtrat soll den Anteil des Radverkehrs bis 2020 auf 25% steigern

Grünen Stadträtin und OB-Kandidatin Sabine Nallinger sowie die Stadtratskollegen und Verkehrsexperten Paul Bickelbacher und Herbert Danner fordern den Radverkehrsanteil in München von derzeit gut 17% bis 2020 auf 25% zu steigern. Die vier Anträge, die sie in den Stadtrat einbrachten, beschreiben Maßnahmen, die von der Zielsetzung über die Finanzierung bis hin zur Erfolgskontrolle alles umfassen, was eine echte Radlhauptstadt braucht, um ihren Titel nicht nur in Deutschland zu verteidigen, sondern auch in Europa zu den Vorbildern aus Skandinavien und den Beneluxstaaten aufzuschließen.

Neben mehr Geld, mehr Personal und mehr Platz für den Radverkehr fordern die Grünen ein Qualitäts- und Beschwerdemanagement, Radschnellwege, Lückenschlüsse entlang zahlreicher Hauptverkehrsstraßen, mehr Abstellmöglichkeiten im Straßenraum und an U- und S-Bahn-Stationen, Fahrradservice-Stationen, ein öffentliches Fahrradverleihsystem für Berufspendler, Touristen und städtische Mitarbeiter sowie ein Verkehrssicherheits-konzept und die Integration des Fahrrades in ein multimodales Mobilitätsmanagement.

Sabine Nallinger: München wächst rasant; und mit der Einwohnerzahl auch der Verkehr. Der MVV wird den Zuwachs alleine nicht bewältigen. Und noch mehr Autoverkehr wäre die schlechtest mögliche Option, die Menschen durch die Stadt zu bringen. Da die Münchnerinnen und Münchner schon heute auf’s Rad steigen, wollen wir sie darin unterstützen, dass sie es noch öfter tun. Es ist unsere Aufgabe, ihnen eine vernünftige Infrastruktur und einen guten Service zu bieten. Sonst bekommen wir nicht nur mehr Staus und überfüllte Öffentliche Verkehrsmittel, sondern auch ein gravierendes Sicherheitsproblem. Schon heute reicht die Radverkehrsinfrastruktur nicht aus. Es kommt daher zu Konflikten. Darum müssen wir jetzt klotzen statt kleckern!

Paul Bickelbacher: Ein besonderes Phänomen ist, dass der Radverkehr nicht nur absolut zunimmt, sondern auch die zurückgelegten Entfernungen und die gefahrenen Geschwindigkeiten. Das Fahrrad ist nicht mehr nur ein klassisches Verkehrsmittel für den Nahbereich sondern wird zunehmend auch leistungsfähig auf mittleren und bei einigen auch auf langen Strecken über 10km und darüber hinaus. Damit steht es der Mehrzahl der Pendler als Alternative zur Verfügung. Diese an sich erfreuliche Entwicklung gilt es zu nutzen, in dem für den schnellen Radverkehr im Außenbereich Radschnellwege von der Region und den Außenbezirken der Stadt in die Stadt hinein gebaut werden. Etwa ab dem Mittleren Ring müssen dann die überdimensionierten vierspurigen Ein- und Ausfallstraßen Richtung Innenstadt auf zwei überbreite Spuren zurückgebaut werden und leistungsfähige Fahrradschutzstreifen errichtet werden. Dass es funktioniert beweist z.B. die Einsteinstraße jeden Tag. Natürlich brauchen wir solche attraktiven Verbindungen auch tangential zwischen den Stadtquartieren.

Herbert Danner: Mir ist ein besonderes Anliegen, dass auch die Servicequalität im Fahrradnetz einen deutlichen Sprung nach vorne macht. Es kann nicht sein, dass im Winter die Radwege immer noch als letzte geräumt und als Restflächen für Schneemassen missbraucht werden. Und es kann auch nicht sein, dass an Baustellen immer noch Radler mit Fußgängern zusammengedrängt und in Konflikte verwickelt werden, daneben aber der KFZ-Verkehr auf großzügigen vierspurigen Straßen ohne jede Leistungseinbuße dahinfließt. Da müssen die Lasten gerecht auf alle Schultern verteilt werden. Ein Beschwerdemanagement soll dabei helfen, dass die Verwaltung Missstände unter Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger schnell und unbürokratisch erkennt und beseitigen kann.

Print Friendly

Nach oben scrollen