Keine und keinen alleine lassen – Versorgung und Betreuung von Opfern von sexueller Gewalt sichern und verbessern

P R E S S E M I T T E I L U N G
9. April 2019

Stadträtin Anja Berger setzt sich dafür ein, die Versorgung und Betreuung von Opfern sexueller Gewalt zu verbessern. In einem Antrag fordert sie, eine Koordinierungsstelle einzurichten, die das Handeln der verschiedenen mit sexueller Gewalt befassten Institutionen – Polizei, Justiz, medizinische Versorgung und Beratungsstellen – vernetzt und koordiniert. Die Stelle soll Opfern sexueller Gewalt umfassende Beratung anbieten und sie beim Kontakt zu Polizei und Justiz unterstützen. Berger fordert außerdem, dass die München Klinik Richtlinien für den Umgang mit Opfern sexueller Gewalt entwickeln soll. Dazu gehöre auch, bei Betroffenen Spurensicherung und Dokumentation auch dann sicherzustellen, wenn keine polizeiliche Anzeige erstattet wurde.
Anja Berger: „Laut aktueller Kriminalstatistik ist im vergangenen Jahr wie schon 2017 die Zahl der Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung deutlich gestiegen – in München um knapp 24 Prozent auf fast 1472 Fälle. Und immer noch sprechen ca. die Hälfte aller Frauen in München nicht darüber, wenn sie Opfer sexueller Gewalt geworden sind.
Um die Hemmschwelle abzusenken ist es notwendig, die Koordinierung und Vernetzung der verschiedenen Beratungsangebote und zuständigen Stellen zu verbessern. Zudem sollten Opfer eine Beratung erhalten, die alle Aspekte abdeckt (Polizei, Justiz, Therapie, Medizin), damit Menschen sich  in solchen Notsituationen nicht an mehrere Stellen wenden müssen, um umfassende Unterstützung zu erhalten.
Außerdem momentan führt nur eine Universitätsklinik Spurensicherung bei Gewaltopfern durch, wenn keine Anzeige vorliegt. Dies ist nicht ausreichend in einer Stadt wie München und es bedarf der Ausweitung auf weitere Kliniken, wie z.B. auf die München Klinik und einer entsprechenden Sensibilisierung für diese spezielle Problematik“.

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