Mehr Wildnis auf Spielplätzen

Antrag

Die LH München achtet bei Neubau und Umgestaltung von öffentlichen Spielplätzen auf eine naturnahe Gestaltung. Statt vieler Spielgeräte werden die Spielbereiche ganz als Naturspielplatz oder einzelne größere Bereiche naturnah zum Fühlen, Riechen, Beobachten und Matschen gestaltet.

 

Begründung:

Stadtkinder wachsen heute oft in einer Umgebung auf, die dem kindlichen Spieltrieb immer mehr Grenzen setzt. Das unmittelbare Wohnumfeld oder die Straße werden immer seltener als Spielraum genutzt. Der Lebensalltag von Kindern hat sich verändert hin zu immer mehr durchorganisierten Tagesabläufen. Freiräume – zeitlich und räumlich gesehen- für freies kindliches Spielen werden zunehmend rarer. Auf öffentlichen Spielplätzen finden sie meist nur Spielgeräte. Doch um sich und ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln brauchen Kinder mehr. Sie müssen auch ihre Kreativität entfalten können. Dies ermöglichen Naturspielplätze deutlich besser. Auch kommen die Kinder dort wieder in Kontakt mit natürlichen Materialien. Ein abwechslungsreiches, in kindgerechten Dimensionen modelliertes Gelände mit Hügeln und Mulden bietet den Kindern unterschiedliche Räume in einer Atmosphäre, in denen sich die Kinder wohl und geborgen fühlen können. Naturmaterialien wie Erde, Sand, Steine, Holz, Blätter, Blüten und Früchte ermöglichen ursprüngliche Sinneserfahrungen und fördern immer wieder neu die Kreativität.
Durch die unterschiedliche Topographie des Geländes und durch vielfältige Kletter- und Balanciermöglichkeiten entwickeln und trainieren vor allem jüngere Kinder ihre motorischen Fähigkeiten auf ganz natürliche Weise. Robuste weitgehend heimische, standortgerechte Pflanzen – hier vor allem Obstbäume- und sträucher – werden von den Kindern in das Spiel integriert und bieten direkte Naturerfahrungen wie z.B. den Wechsel der Jahreszeiten, die Blüten- und Fruchtbildung, das Aufgehen von Sämlingen usw. Ein naturnahes Spielgelände ist ein idealer Ort für Spielabläufe und Rollenspiele und fördert somit das Sozialverhalten.
Schon Maria Montessori hatte erkannt: „Wenn die Kinder jedoch mit der Natur in Berührung kommen, dann zeigt sich ihre Kraft.“ Das sollten wir auf unseren Spielplätzen in München auch wieder mehr beherzigen.

Fraktion Die Grünen – rosa Liste

Initiative:
Sabine Krieger
Oswald Utz
Anja Berger
Paul Bickelbacher
Angelika Pilz-Strasser

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