Sozialverträgliche Stadtentwicklung im Gebiet Nockherberg/Au

Antrag

 

Sozialverträgliche Stadtentwicklung im Gebiet Nockherberg/Au

Der Stadtrat möge beschließen:

Sollte die Paulaner Brauerei ihr Vorhaben nach Verlagerung an einen neuen Standort umsetzten, wird das Planungsreferat aufgefordert, bereits im Vorfeld zu prüfen und darzulegen:

– wie eine künftige Bebauung sozialverträglich gesteuert werden kann

– wie eine gemischte Nutzungsstruktur gewährleistet werden kann

– wie bezahlbarer Mietwohnungsbau geschaffen werden kann

– wie Gewerbe und Handwerk integriert werden können

– wie die Grünflächen und das Gebiet um den Auer Mühlbach als Erholungsflächen

genutzt werden können

– die Fuß- und Radwegbeziehung in die Au realisiert werden kann

– wie die Bürgerinnen und Bürger vor Ort in die Planungen miteinbezogen werden

Begründung:

Die Paulaner Brauerei hat wiederholt ihren Wunsch nach Verlagerung der Betriebsstätte formuliert und angekündigt, bis zum Sommer eine Entscheidung zu fällen.

Das nach einer Verlagerung der Brauerei frei werdende und zu überplanende Gebiet (Nockherberg, Welfenstraße, Untere Au, Auer Mühlbach) hat mit mehr als 10 Hektar einen Umfang, dessen Entwicklung weit darüber hinaus zu spüren sein wird. Es liegt zudem in unmittelbarer Nähe der Erhaltungssatzungsgebiete „Untere Au/Untergiesing“ sowie „Tegernseer Landstraße“, die bereits jetzt enormen Aufwertungs- und Verdrängungsprozessen ausgesetzt sind. Die Sorge der EinwohnerInnen vor Ort, dass ein „Luxusquartier“ entstehen könnte, welches die bereits stattfindenden Prozesse verstärken würde, ist nicht von der Hand zu weisen.

Das städtebauliche Ziel, einseitige Bevölkerungsstrukturen zu vermeiden, spiegelt sich auch in den wohnungspolitischen Zielsetzungen der LH München wider, die die bewährte sogenannte „Münchner Mischung“ zwischen geförderten und freifinanzierten Wohnbau und den verschiedenen Einkommensgruppen in den neuen Wohnbauprojekten als Leitziel hat. Bereits heute ist erkennbar, dass dies im nahe gelegenen Areal an der Welfenstraße nicht im gewünschten Maß gelungen ist. Die derzeit extrem hohen Bodenpreise führen auch dazu, dass die Projektentwickler in guten Lagen, wie es die Au unbestritten ist, auf das sehr hochpreisige (Eigentums-)Wohnungssegment setzen, um die gewünschte Rendite erreichen zu können.

Um so wichtiger ist es hier daher frühzeitig zu prüfen, welche Bedingungen für die Planungen des Gebietes gestellt werden können und die hierzu erforderlichen Planungsinstrumente zu benennen, um die Qualität des Viertels verbessern zu können und gleichzeitig zu verhindern, dass es dadurch seinen Charakter verliert und der Aufwertungs- und Verdrängungsdruck der umliegenden Bereiche über das bereits bestehende Maß steigt.

Die frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort in den Planungsprozess wird hierbei sicherlich eine wichtige Rolle spielen.

Fraktion Die Grünen – rosa liste
Initiative:
Lydia Dietrich
Paul Bickelbacher

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