Stadtnatur am Bau

Antrag

Die Landeshauptstadt München sucht beim Umbau und der Sanierung aller städtischen Gebäude im Rahmen eines Programms „Stadtnatur am Bau“ nach Lösungen, wie die Nisträume der Mauersegler erhalten oder ersetzt werden können. Zusätzlich wird bei allen Umbauten und Sanierungen geprüft, ob nicht neue Nistplätze geschaffen werden können.

Begründung:

Wie dem Artikel der SZ vom 15.05.09 zu entnehmen war, haben es Mauersegler in München immer schwerer zu nisten. Sie haben ihre Nistplätze nämlich in dunklen Nischen unter Dächern oder in Spalten im Mauerwerk oder Jalousiekästen. Diese werden durch die energetisch gewollten und notwendigen Sanierungen alter Häuser und den Ausbau der Dachgeschosse für neuen Wohnraum immer mehr zerstört. Dies ist um so problematischer, da Mauersegler nicht jedes Jahr einen neuen Nistplatz suchen, sondern immer an den alten Ort zurückkehren. Durch diese Entwicklung ist der Mauersegler bereits auf der Vorwarnliste der „Roten Liste“gefährdeter Brutvögel.
Es gibt aber einfache Methoden, die den Vögeln ihre Nistplätze sichern. Diese sind jedoch oft nicht bekannt und nicht im Bewusstsein der Bauherrn, Architekten und Handwerker.
Umbauten und Sanierungen sollten in die Zeiten verlegt werden, in denen Mauersegler nicht brüten. Sollte dies nicht möglich sein, könnten Ersatznistkästen an den Stellen angebracht werden, die sie bisher als Einflugschneise benutzten. In Riem wurde z.B. nach der Sprengung der Olympiareitanlage ein spezieller Turm mit 42 Nistplätzen errichtet.
Aber auch neue prophylaktische Nistplätze könnten an öffentlichen Gebäuden errichtet werden, um den Verlust an vielen privaten Häusern auszugleichen und die Population von noch 5000 Mauerseglerpaaren zu erhalten.
Diese Maßnahmen sind im Vergleich zu den Baukosten marginal. Die Stadt sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Denn, wenn die Entwicklung so weitergeht, geht es den Mauerseglern wie den Spatzen. Es wird sie bald nicht mehr geben. Damit würde ein weiteres Stück Natur in der Stadt sterben, das viele erfreut, das die meisten aber erst dann vermissen werden, wenn sie nicht mehr da sind. Aber dann ist es zu spät.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/rosa liste
Initiative:
Sabine Krieger
Stadträtin

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