Wie ist die aktuelle Situation bei den Kita-Plätzen in München

Antrag zur dringlichen Behandlung im Feriensenat am 21.08.2019

Das Referat für Bildung und Sport stellt dem Stadtrat dar:

  1. wie viele Familien, die sich im kitafinder für einen Kitaplatz ab September 2019 beworben haben, bisher noch keine Zusage für einen Platz erhalten haben.

  2. wie viele Familien, die sich im kitafinder für einen Platz für schulische Nachmittagsbetreuung ab September 2019 beworben haben, bisher noch keine Zusage für einen Platz erhalten haben.

  3. was die Stadt tut, um diesen Familien jetzt noch schnellstmöglich einen Platz anbieten zu können.

  4. wie und in welcher Form die Stadt betroffenen Familien, die aufgrund eines fehlenden Kitaplatzes vor dem drohenden Verlust ihres Arbeitsplatzes stehen, Unterstützung anbieten kann.

  5. wie viele Fälle die Elternberatungsstelle derzeit betreut und ob die Elternberatungsstelle in der Lage ist, alle Fälle zeitnah zu bearbeiten.

  6. Möglichkeiten, um das Vergabeverfahren von Kitaplätzen transparenter und familienfreundlicher zu gestalten.

Begründung:

Derzeit erreichen uns viele Meldungen von verzweifelten Familien, die noch immer keinen Kitaplatz für ihr Kind / für ihre Kinder erhalten haben. Viele dieser Familien stehen vor der großen Ungewissheit, ob es ihnen möglich sein wird, ihre Berufstätigkeit (wieder) aufzunehmen. Für einige Betroffene bedeutet eine fehlende Betreuungsoption gar den Verlust des Arbeitsplatzes. In einer Stadt mit extrem teuren Mieten, in der die meisten Familien auf zwei Einkommen angewiesen sind, ist ein Kita-Platz für die meisten Familien das A und O. Da nicht alle Familien über ein soziales Netzwerk verfügen, welches ihnen im Notfall aushelfen und die Kinder für eine gewisse Zeit betreuen kann, ist für die meisten nur ein sicherer Platz in einer Einrichtung ausreichend.

Für Familien, deren Kinder aktuell einen Kindergartenplatz haben und denen nun ein Wechsel in die Grundschule bevorsteht, ergibt sich eine ähnlich schwierige Situation. Hier haben die meisten Eltern bereits wieder angefangen zu arbeiten und stehen nun vor der Problematik, dass ein Elternteil die Stunden reduzieren oder den Job aufgeben müsste, um für das Kind nach dem Ende des Grundschultags da zu sein. Dies ist für die meisten Familien keine alltagstaugliche Lösung, da sie auf das Einkommen dringend angewiesen sind.

Durch das aktuelle Vergabesystem via kitafinder werden nur noch Zusagen jedoch keine Absagen erteilt, was bedeutet, dass viele Leute über längere Zeit keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen bekommen. Viele Leute verunsichert solch ein Vorgehen, da sie nicht beurteilen können, ob und wenn ja, wann sie einen Platz bekommen. Um das Verfahren transparenter zu gestalten, werden Ansätze benötigt, in welchen die Eltern über die einzelnen Verfahrensschritte informiert werden und in welchem sie punktuell über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt werden.

Wir bitten, wie in der Geschäftsordnung des Stadtrates vorgesehen, um eine fristgemäße Bearbeitung unseres Antrages.

Fraktion Die Grünen-rosa liste

Initiative:

Katrin Habenschaden, Anja Berger, Jutta Koller, Sabine Krieger, Oswald Utz
Sebastian Weisenburger

Mitglieder des Stadtrates

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